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B 301 / S 1 - EINE LANGE GESCHICHTE

Mi, 25. Januar 2006
Beitrag von Büro Dr. Paula
Mit der öffentlichen Verhandlung über die UVP zur letzten noch ausstehenden Anschlußstelle Rannersdorf konnte endlich ein Schlußstrich unter die lange Planungsphase der Wiener Südrand Straße gezogen werden.

Jetzt haben nur mehr die Bauarbeiter das Wort und dann die Politiker die Schere in der Hand. Am 27.04.2006 soll die Verkehrsfreigabe erfolgen ... Einige historische Anmerkungen dazu: In einer städtebaulichen Studie aus dem Jahr 1949 ist bereits -  scheinbar in sinngemäßer Abwandlung großdeutscher Planungsideen eine "Autobahn London " Instanbul" mit Trassenführung südlich von Wien vorgesehen gewesen. Das Bundesstraßengesetz 1971 enthielt die "Außenring Autobahn A 21", von der jedoch nur die Strecke zwischen A 1 West- und A 2 Südautobahn realisiert wurde. Im Abschnitt zwischen Süd- und Ostautobahn erfolgten zwar bereits Grundeinlösen für die Fortführung der A 21, allein die gesellschaftliche Grundstimmung nach Zwentendorf, die leeren Staatskassen und die Widerstände einzelner Gemeinden verhinderten die Umsetzung. Nach Hainburg erfolgte in der BStG-Novelle 1986 die Rückstufung der Autobahn A 21 zur "harmlosen" Bundesstraße B 301. Als solche wurde sie auch dem Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren unterzogen.

Erst die BStG-Novelle 2002 brachte die Einstufung als Bundesstraße S 1 Wiener Außenringschnellstraße. Beginn und Dauer der konkreten Planungsarbeiten: 1991: Generelle Studie ( 48 Varianten) 1994: Verkehrskonzept Südraum Wien (PGO) 1994: Generelles Projekt April 1996: Konzept zur Umweltverträglichkeitserklärung beim Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten eingereicht. Dezember 1997: Umweltverträglichkeitserklärung beim BMWA eingereicht. Jän. 1998 - Nov. 1998: Prüfung des Projektes durch die Gutachter der Behörde. Erstellung des Umweltverträglichkeitsgutachtens. Dezember 1999: Öffentliche Erörterung des UV-GA im Austria Center 10. November 2000: § 4 Verordnung nach Bundesstraßengesetz Okt. 1999 - Okt. 2002: Nachfolgende Rechtsverfahren (Wasserrecht, Naturschutzrecht, Eisenbahnrecht, Forstrecht etc.) Okt. 1998 - Okt. 2002: Grundeinlösung: Erwerb der Grundstücke für die Trasse der B 301 Okt. 2000 - Jan. 2006: Durchführung gesonderter UVP - Verfahren für jede einzelne Anschlussstelle (Auf- und Abfahrten) 21. Okt. 2001: Spatenstich bei Schwechat Nov. 2001 - Mai 2006: Bauausführung Dezember 2004: Verkehrsfreigabe des ersten Abschnittes in Schwechat April 2006: Verkehrsfreigabe der gesamten Strecke geplant Von den ersten konkreten Planungsarbeiten bis zur Verkehrsfreigabe sind somit 15 Jahre vergangen. Und 35 Jahre seit der erstmaligen Aufnahme dieser Straßenverbindung in das Bundesstraßengesetz 1971 ... Persönliche Anmerkungen zur Planungsphase: Durch die enge Zusammenarbeit zwischen ÖSAG / ASFINAG, dem Baumanagement und der Projektsteuerung unter Baurat Werner sowie der Koordination Raum - Umwelt wurde von Projektsbeginn an versucht, das Projekt voranzutreiben und möglichst effizient zu einem positiven Abschluss zu bringen. Alle Beteiligten - auch die zuständigen Behörden - haben dabei ihr Lehrgeld bezahlt. Bemerkungen zur Haupttrasse: - Konstruktive, aber zeitaufwendige Gespräche mit den Gemeinden und Bürgern (daraus ist z.B. die ASt. Vorarlberger Allee samt Verbindungsstraße nach Vösendorf entstanden) - Abhängigkeit mit Güterterminal Wien Inzersdorf (Mehrkosten aufgrund Führung in Tieflage) - Archäologische Fundgebiete (zeitlicher Vorlauf, Ausgrabungen, Funde, Ausstellungen) - Stadtentwicklung von Wien bis heute unklar (Gebiet Rothneusiedl - Fußballstadion Stronach - Einkaufszentrum oder Stadtteil zum Wohnen ?) - Erstes großes Straßenbauprojekt in Österreich, das einer UVP unterzogen und nach dem UVP Gesetz abgewickelt wurde (viel Lehrgeld musste bezahlt werden) - Öffentliche Erörterung (50 Stunden Marathon): sind Ziele des Gesetzgebers dadurch erreicht worden ? Wird sich der einzelne Bürger aufgrund seiner abgegebenen Stellungnahmen wiederfinden ?) - Infobüro in Lanzendorf - Anlaufstelle für Bürger (ist eine wichtige Sache gewesen) Bemerkungen zu den Anschlußstellen: - Anschlussstellen sind aus dem laufenden UVP Verfahren zur S 1 (B 301) herausgenommen worden (Entscheidung des BMVIT bzw. Gesetzesänderung) - Aus diesem Umstand ist ein erheblicher Mehraufwand (zeitlich, finanziell) entstanden - Eigene Verfahren für jede einzelne Anschlußstelle mussten durchgeführt werden. - Die "Filetierung" hat die Verkehrsprognosen nicht mehr vergleichbar und schon gar nicht nachvollziehbar gemacht - Aufgrund von Gesetzesänderungen (IG Luft, Verländerung der Bundesstraßen, Verordnung über ein Regionales Raumordnungsprogramm südliches Wiener Umland, Novelle UVP-Gesetz) bzw. neuen Planungserkenntnissen und -absichten (Anschlussstelle Vorarlberger Allee) mussten Berichte und Plandarstellungen zu den einzelnen Fachbereichen mehrmals nachgeführt bzw. gänzlich überarbeitet werden. - Die Akzeptanz der zahlreichen Verfahren in der Bevölkerung hat sich laufend verringert. Verordnungen bzw. Bescheide zu Anschlussstellen 29/03/2002 Schwechat Ost 28/06/2002 Schwechat Süd 03/06/2004 Laxenburger Straße 29/04/2005 Rustenfeld 15/06/2005 Rothneusiedl 17/06/2005 Vorarlberger Allee Frühjahr 2006 (erwartet) Rannersdorf (Bescheid) Was lange währt, wird somit endlich gut ...
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