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JUNKTIME MÜSSEN SEIN

So, 20. März 2011
Beitrag von Dr. Luzian Paula
... Angst war und ist immer ein schlechter Ratgeber - vor allem, wenn man über keine gesicherten Informationen verfügt! Und was in Japan wirklich los ist, weiß bis heute niemand, außer den Experten. Die treten gehäuft in direkter Korrelation zum fehlenden Wissensstand im Fernsehen auf und malen uns immer grässlichere Szenarien als Menetekel an die Wand. Und wenn sie dann auch noch ausschauen wie Wurzelsepp und Waldschrat zugleich, erdige Tracht tragen und als Berufsbezeichnung Konfliktforscher angeben, ist die ökologische Rettung nahe: sofortiger Ausstieg aus der Atomkraft! So einfach ist das also - da hätten wir fast von alleine draufkommen können.

Wir Österreicher zeigen aber jetzt der Welt, wie es richtig gemacht wird: ohne eigene atomare Stromerzeugung und -verwendung (die läppischen 11% Atomstrom, die wir importieren und mit Genuß verbrauchen, haben Gott sei Dank kein Mascherl) können wir guten Gewissens ein weltweites Volksbegehren dagegen organisieren.

Hohe Zustimmung wird uns sicher sein. Und die herzige Idee vom Umweltminister können wir auch noch exportieren: jedes andere Land, aus dem Atomstaub zu uns kommt - Atomstrom bleibt davon ausgenommen - hat uns Schadenersatz zu leisten.
So einfach geht das! Schreiten wir also wacker zur Unterschriftsleistung! Allerdings ist damit ein Junktim verbunden: jede Unterschrift gilt doppelt! Und zwar GEGEN Atomstrom und zugleich FÜR den Ausbau der Wasserkraft, FÜR das Aufstellen von Windrädern und FÜR die Errichtung von neuen Hochspannungsleitungen!

Und die oberösterreichische Initiative gegen das Aufstellen von landschaftsverschandelnden Fotovoltaikanlagen ist damit auch endgültig vom Tisch! Nach erfolgtem weltweiten Wegzaubern aller Atomkraftwerke werden uns dann leider keine Trachtenträger mehr auf unseren Plasmabreitbildschirmen erfreuen - eigentlich schade!